
Was ist Qi Gong
Qi Gong (auch Chigong geschrieben) ist eine jahrtausendealte chinesische Praxis, die meditative Bewegung, Atemübungen und mentale Konzentration kombiniert. Es ist eine der fünf Hauptsäulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Der Name setzt sich aus zwei Begriffen zusammen:
- Qi: Die Lebensenergie, Vitalität oder Atemsubstanz.
- Gong: Das beharrliche Üben, die Arbeit oder die Kultivierung.
Übersetzt bedeutet Qi Gong also „Arbeit am Qi“ oder „Kultivierung der Lebensenergie“. Ziel ist es, Blockaden in den Energiebahnen (Meridianen) zu lösen, damit das Qi frei fließen kann.
Die 3 Säulen der Praxis
Jede Qi-Gong-Übung basiert auf dem Zusammenspiel von drei Elementen:
- Die Regulierung des Körpers (Bewegung & Haltung): Sanfte, fließende und meist langsame Bewegungen werden im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt. Sie stärken die Gelenke und Muskeln ohne Belastung.
- Die Regulierung des Atems (Atmung): Der Atem fließt tief, ruhig und synchron zur Bewegung. Dies aktiviert das parasympathische Nervensystem und baut Stress ab.
- Die Regulierung des Geistes (Achtsamkeit & Vorstellungskraft): Die Konzentration liegt vollkommen auf dem eigenen Körper oder auf inneren Bildern (z. B. der Vorstellung, Licht einzuatmen). Das beruhigt das Gedankenkarussell.
Einteilung: Medizinisches vs. Kampfkünstlerisches Qi Gong
Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Richtungen:
- Stilles / Medizinisches Qi Gong: Fokus auf Heilung, Entspannung und Gesunderhaltung. Die Bewegungen sind minimal oder rein mental (Meditation im Sitzen). Bekannte Formen sind die „Acht Brokate“ (Ba Duan Jin) oder das „Spiel der fünf Tiere“.
- Hartes / Kampfkünstlerisches Qi Gong: Wird oft in den Kampfkünsten (wie Kung Fu) genutzt. Hierbei wird das Qi verdichtet, um den Körper extrem widerstandsfähig gegen Schläge zu machen (Abhärtung) oder explosive Kraft (Fa Jin) zu erzeugen.

